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    Ahead of All Parting

    Page 31
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      Und mit kleinen Schritten gehn die Uhren

      neben unserm eigentlichen Tag.

      Ohne unsern wahren Platz zu kennen,

      handeln wir aus wirklichem Bezug.

      Die Antennen fühlen die Antennen,

      und die leere Ferne trug …

      Reine Spannung. O Musik der Kräfte!

      Ist nicht durch die läßlichen Geschäfte

      jede Störung von dir abgelenkt?

      Selbst wenn sich der Bauer sorgt und handelt,

      wo die Saat in Sommer sich verwandelt,

      reicht er niemals hin. Die Erde schenkt.

      XII

      Hail to the god who joins us; for through him

      arise the symbols where we truly live.

      And, with tiny footsteps, the clocks move

      separately from our authentic time.

      Though we are unaware of our true status,

      our actions stem from pure relationship.

      Far away, antennas hear antennas

      and the empty distances transmit …

      Pure readiness. Oh unheard starry music!

      Isn’t your sound protected from all static

      by the ordinary business of our days?

      In spite of all the farmer’s work and worry,

      he can’t reach down to where the seed is slowly

      transmuted into summer. The earth bestows.

      XIII

      Voller Apfel, Birne und Banane,

      Stachelbeere … Alles dieses spricht

      Tod und Leben in den Mund … Ich ahne …

      Lest es einem Kind vom Angesicht,

      wenn es sie er schmeckt. Dies kommt von weit.

      Wird euch langsam namenlos im Munde?

      Wo sonst Worte waren, fließen Funde,

      aus dem Fruchtfleisch überrascht befreit.

      Wagt zu sagen, was ihr Apfel nennt.

      Diese Süße, die sich erst verdichtet,

      um, im Schmecken leise aufgerichtet,

      klar zu werden, wach und transparent,

      doppeldeutig, sonnig, erdig, hiesig—:

      O Erfahrung, Fühlung, Freude—, riesig!

      XIII

      Plump apple, smooth banana, melon, peach,

      gooseberry … How all this affluence

      speaks death and life into the mouth … I sense …

      Observe it from a child’s transparent features

      while he tastes. This comes from far away.

      What miracle is happening in your mouth?

      Instead of words, discoveries flow out

      from the ripe flesh, astonished to be free.

      Dare to say what “apple” truly is.

      This sweetness that feels thick, dark, dense at first;

      then, exquisitely lifted in your taste,

      grows clarified, awake and luminous,

      double-meaninged, sunny, earthy, real—:

      Oh knowledge, pleasure—inexhaustible.

      XIV

      Wir gehen um mit Blume, Weinblatt, Frucht.

      Sie sprechen nicht die Sprache nur des Jahres.

      Aus Dunkel steigt ein buntes Offenbares

      und hat vielleicht den Glanz der Eifersucht

      der Toten an sich, die die Erde stärken.

      Was wissen wir von ihrem Teil an dem?

      Es ist seit lange ihre Art, den Lehm

      mit ihrem freien Marke zu durchmärken.

      Nun fragt sich nur: tun sie es gern?…

      Drängt diese Frucht, ein Werk von schweren Sklaven,

      geballt zu uns empor, zu ihren Herrn?

      Sind sie die Herrn, die bei den Wurzeln schlafen,

      und gönnen uns aus ihren Überflüssen

      dies Zwischending aus stummer Kraft und Küssen?

      XIV

      We are involved with flower, leaf, and fruit.

      They speak not just the language of one year.

      From darkness a bright phenomenon appears

      and still reflects, perhaps, the jealous glint

      of the dead, who fill the earth. How can we know

      what part they play within the ancient cycle?

      Long since, it has been their job to make the soil

      vigorous with the force of their free marrow.

      But have they done it willingly? we ask …

      Does this fruit, formed by heavy slaves, push up

      like a clenched fist, to threaten us, their masters?

      Or in fact are they the masters, as they sleep

      beside the roots and grant us, from their riches,

      this hybrid Thing of speechless strength and kisses?

      XV

      Wartet …, das schmeckt … Schon ists auf der Flucht.

      .… Wenig Musik nur, ein Stampfen, ein Summen—:

      Mädchen, ihr warmen, Mädchen, ihr stummen,

      tanzt den Geschmack der erfahrenen Frucht!

      Tanzt die Orange. Wer kann sie vergessen,

      wie sie, ertrinkend in sich, sich wehrt

      wider ihr Süßsein. Ihr habt sie besessen.

      Sie hat sich köstlich zu euch bekehrt.

      Tanzt die Orange. Die wärmere Landschaft,

      werft sie aus euch, daß die reife erstrahle

      in Lüften der Heimat! Erglühte, enthüllt

      Düfte um Düfte. Schafft die Verwandtschaft

      mit der reinen, sich weigernden Schale,

      mit dem Saft, der die Glückliche füllt!

      XV

      Wait …, that tastes good … But already it’s gone.

      .… A few notes of music, a tapping, a faint

      hum—: you girls, so warm and so silent,

      dance the taste of the fruit you have known!

      Dance the orange. Who can forget it,

      drowning in itself, how it struggles through

      against its own sweetness. You have possessed it.

      Deliciously it has converted to you.

      Dance the orange. The sunnier landscape—

      fling it from you, allow it to shine

      in the breeze of its homeland! Aglow, peel away

      scent after scent. Create your own kinship

      with the supple, gently reluctant rind

      and the juice that fills it with succulent joy.

      XVI

      Du, mein Freund, bist einsam, weil.…

      Wir machen mit Worten und Fingerzeigen

      uns allmählich die Welt zu eigen,

      vielleicht ihren schwächsten, gefährlichsten Teil.

      Wer zeigt mit Fingern auf einen Geruch?—

      Doch von den Kräften, die uns bedrohten,

      fühlst du viele … Du kennst die Toten,

      und du erschrickst vor dem Zauberspruch.

      Sieh, nun heißt es zusammen ertragen

      Stückwerk und Teile, als sei es das Ganze.

      Dir helfen, wird schwer sein. Vor allem: pflanze

      mich nicht in dein Herz. Ich wüchse zu schnell.

      Doch meines Herrn Hand will ich führen und sagen:

      Hier. Das ist Esau in seinem Fell.

      XVI

      You are lonely, my friend, because you are.…

      We, with a word or a finger-sign,

      gradually make the world our own,

      though perhaps its weakest, most precarious part.

      How can fingers point out a smell?—

      Yet of the dark forces that lurk at our side

      you feel many … You know the dead,

      and you shrink away from the magic spell.

      Look, we two together must bear

      piecework and parts, as if they were

      the whole. But be careful. Above all, don’t plant

      me inside your heart. I’d outgrow you. But I

      will guide my master’s hand and will say:

      Here. This is Esau beneath his pelt.

      XVII

      Zu unterst der Alte, verworrn,

      all der Erbauten

      Wurzel, verborgener Born,

      den sie nie schauten.

      Sturmhelm und Jägerhorn,

      Spruch von Ergrauten,

      Männer im Brude
    rzorn,

      Frauen wie Lauten …

      Drängender Zweig an Zweig,

      nirgends ein freier.…

      Einer! O steig … o steig …

      Aber sie brechen noch.

      Dieser erst oben doch

      biegt sich zur Leier.

      XVII

      At bottom the Ancient One, gnarled

      root hidden deep,

      origin unbeheld

      by those who branched up.

      Helmet and horn of hunters,

      grandfathers’ truths,

      men who betrayed their brothers,

      women like lutes …

      Branch upon branch crowds close,

      none of them free.…

      Keep climbing higher … higher …

      Still, though, they break. Yet this

      top one bends finally

      into a lyre.

      XVIII

      Hörst du das Neue, Herr,

      dröhnen und beben?

      Kommen Verkündiger,

      die es erheben.

      Zwar ist kein Hören heil

      in dem Durchtobtsein,

      doch der Maschinenteil

      will jetzt gelobt sein.

      Sieh, die Maschine:

      wie sie sich wälzt und rächt

      und uns entstellt und schwächt.

      Hat sie aus uns auch Kraft,

      sie, ohne Leidenschaft,

      treibe und diene.

      XVIII

      Master, do you hear the New

      quiver and rumble?

      Harbingers step forth who

      blare their approval.

      Surely no ear is whole

      amid this noise,

      yet the machine-part still

      asks for our praise.

      Look, the machine:

      rears up and takes revenge,

      brings us to crawl and cringe.

      Since all its strength is from us,

      let it, desireless,

      serve and remain.

      XIX

      Wandelt sich rasch auch die Welt

      wie Wolkengestalten,

      alles Vollendete fällt

      heim zum Uralten.

      Über dem Wandel und Gang,

      weiter und freier,

      währt noch dein Vor-Gesang,

      Gott mit der Leier.

      Nicht sind die Leiden erkannt,

      nicht ist die Liebe gelernt,

      und was im Tod uns entfernt,

      ist nicht entschleiert.

      Einzig das Lied überm Land

      heiligt und feiert.

      XIX

      Though the world keeps changing its form

      as fast as a cloud, still

      what is accomplished falls home

      to the Primeval.

      Over the change and the passing,

      larger and freer,

      soars your eternal song,

      god with the lyre.

      Never has grief been possessed,

      never has love been learned,

      and what removes us in death

      is not revealed.

      Only the song through the land

      hallows and heals.

      XX

      Dir aber, Herr, o was weih ich dir, sag,

      der das Ohr den Geschöpfen gelehrt?—

      Mein Erinnern an einen Frühlingstag,

      seinen Abend, in Rußland—, ein Pferd …

      Herüber vom Dorf kam der Schimmel allein,

      an der vorderen Fessel den Pflock,

      um die Nacht auf den Wiesen allein zu sein;

      wie schlug seiner Mähne Gelock

      an den Hals im Takte des Übermuts,

      bei dem grob gehemmten Galopp.

      Wie sprangen die Quellen des Rossebluts!

      Der fühlte die Weiten, und ob!

      Der sang und der hörte—, dein Sagenkreis

      war in ihm geschlossen.

      Sein Bild: ich weih’s.

      XX

      But Master, what gift shall I dedicate to you,

      who taught all creatures their ears?

      —My thoughts of an evening long ago,

      it was springtime, in Russia—a horse …

      He came bounding from the village, alone, white,

      with a hobble attached to one leg,

      to stay alone in the fields all night;

      how the mane beat against his neck

      to the rhythm of his perfect joy, in that hindered

      gallop across the meadow.

      What leaping went on in his stallion-blood!

      He felt the expanses, and oh!

      He sang and he heard—your cycle of myths

      was completed in him.

      His image: my gift.

      XXI

      Frühling ist wiedergekommen. Die Erde

      ist wie ein Kind, das Gedichte weiß;

      viele, o viele.… Für die Beschwerde

      langen Lernens bekommt sie den Preis.

      Streng war ihr Lehrer. Wir mochten das Weiße

      an dem Barte des alten Manns.

      Nun, wie das Grüne, das Blaue heiße,

      dürfen wir fragen: sie kanns, sie kanns!

      Erde, die frei hat, du glückliche, spiele

      nun mit den Kindern. Wir wollen dich fangen,

      fröhliche Erde. Dem Frohsten gelingts.

      O, was der Lehrer sie lehrte, das Viele,

      und was gedruckt steht in Wurzeln und langen

      schwierigen Stämmen: sie singts, sie singts!

      XXI

      Spring has returned. The earth resembles

      a little girl who has memorized

      many poems.… For all the trouble

      of her long learning, she wins the prize.

      Her teacher was strict. We loved the white

      in the old man’s beard and shaggy eyebrows.

      Now, whatever we ask about

      the blue and the green, she knows, she knows!

      Earth, overjoyed to be out on vacation,

      play with the children. We long to catch up,

      jubilant Earth. The happiest will win.

      What her teacher taught her, the numberless Things,

      and what lies hidden in stem and in deep

      difficult root, she sings, she sings!

      XXII

      Wir sind die Treibenden.

      Aber den Schritt der Zeit,

      nehmt ihn als Kleinigkeit

      im immer Bleibenden.

      Alles das Eilende

      wird schon vorüber sein;

      denn das Verweilende

      erst weiht uns ein.

      Knaben, o werft den Mut

      nicht in die Schnelligkeit,

      nicht in den Flugversuch.

      Alles ist ausgeruht:

      Dunkel und Helligkeit,

      Blume und Buch.

      XXII

      We are the driving ones.

      Ah, but the step of time:

      think of it as a dream

      in what forever remains.

      All that is hurrying

      soon will be over with;

      only what lasts can bring

      us to the truth.

      Young men, don’t put your trust

      into the trials of flight,

      into the hot and quick.

      All things already rest:

      darkness and morning light,

      flower and book.

      XXIII

      O erst dann, wenn der Flug

      nicht mehr um seinetwillen

      wird in die Himmelstillen

      steigen, sich selber genug,

      um in lichten Profilen,

      als das Gerät, das gelang,

      Liebling der Winde zu spielen,

      sicher, schwenkend und schlank,—

      erst, wenn ein reines Wohin

      wachsender Apparate

      Knabenstolz überwiegt,

      wird, überstürzt von Gewinn,

      jener den Fernen Genahte

      sein, was er einsam erfliegt.

      XXIII

      Not till the day when flight

      no longer for its own sake ascends


      into the silent heavens

      propelled by its self-conceit,

      so that, in luminous outlines,

      as the tool that has come to power,

      it can float, caressed by the winds,

      streamlined, agile, and sure—

      not till a pure destination

      outweighs the boyish boast

      of how much machines can do

      will, overwhelmed with gain,

      one to whom distance is close

      be what alone he flew.

      XXIV

      Sollen wir unsere uralte Freundschaft, die großen

      niemals werbenden Götter, weil sie der harte

      Stahl, den wir streng erzogen, nicht kennt, verstoßen

      oder sie plötzlich suchen auf einer Karte?

      Diese gewaltigen Freunde, die uns die Toten

      nehmen, rühren nirgends an unsere Räder.

      Unsere Gastmähler haben wir weit—, unsere Bäder,

      fortgerückt, und ihre uns lang schon zu langsamen Boten

      überholen wir immer. Einsamer nun auf einander

      ganz angewiesen, ohne einander zu kennen,

      führen wir nicht mehr die Pfade als schöne Mäander,

     


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